Das Testament Issachars
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DAS TESTAMENT ISSACHARS, DES FÜNFTEN SOHNES JAKOBS UND LEAS.
-- Linke Spalte (Issachar Kap. 1-3, Kap. 4 Verse 1-5 mitten im Vers) --
Kapitel 1
1 1 Die Abschrift der Worte Issachars. Denn er rief seine Söhne und sprach zu ihnen: Hört, meine Kinder, auf Issachar, euren Vater; vernehmt die Worte dessen, der ein Geliebter Jahwes ist. 2, 3 Ich wurde als fünfter Sohn Jakobs geboren, als Lohn für die Liebesäpfel. Denn Ruben, mein Bruder, 4 brachte Liebesäpfel vom Feld herein, und Rahel begegnete ihm und nahm sie. Und Ruben weinte, und 5 auf seine Stimme hin kam Lea, meine Mutter, heraus. Diese (Liebesäpfel) nun waren süß duftende Äpfel, 6 die im Land Haran unterhalb einer Wasserschlucht hervorgebracht wurden. Und Rahel sprach: Ich will sie dir nicht geben, sondern sie sollen mir anstelle von Kindern sein. Denn Jahwe hat mich verachtet, 7 und ich habe Jakob keine Kinder geboren. Es waren nun zwei Äpfel da; und Lea sprach zu Rahel: 8 Soll es dir genügen, dass du meinen Mann genommen hast? Willst du auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Und Rahel sprach 9 zu ihr: Du sollst Jakob diese Nacht für die Liebesäpfel deines Sohnes haben. Und Lea sprach zu ihr: 10 Jakob ist mein, denn ich bin die Frau seiner Jugend. Rahel aber sprach: Rühme dich nicht und brüste dich nicht; denn er hat mich vor dir zur Frau genommen, und um meinetwillen diente er unserem Vater vierzehn Jahre. 11 Und wenn nicht List auf der Erde zugenommen hätte und die Bosheit der Menschen gediehen wäre, würdest du jetzt nicht das Angesicht Jakobs sehen.
Kapitel 2
2 1 Da erschien Jakob ein Engel Jahwes und sprach: Zwei Kinder wird Rahel gebären, insofern, als 2 sie die Gemeinschaft mit ihrem Mann verweigert und Enthaltsamkeit erwählt hat. Und wenn nicht Lea, meine Mutter, die zwei Äpfel um seiner Gemeinschaft willen gegeben hätte, hätte sie acht Söhne geboren; aus diesem Grund gebar sie sechs, und Rahel gebar die zwei; denn wegen der Liebesäpfel suchte Jahwe 3 sie heim. Denn er wusste, dass sie um der Kinder willen mit Jakob Gemeinschaft haben wollte und nicht aus Lust am Vergnügen. Denn auch am nächsten Morgen gab sie Jakob wieder hin. Wegen der Liebesäpfel; 5 darum erhörte Jahwe Rahel. Denn obgleich sie sie begehrte, aß sie sie nicht, sondern brachte sie im Haus Jahwes dar und übergab sie dem Priester des Höchsten, der zu jener Zeit war.
Kapitel 3
3 1 Als ich nun herangewachsen war, meine Kinder, wandelte ich in Aufrichtigkeit des Herzens, und ich wurde ein Landwirt für meinen Vater und meine Brüder, und ich brachte die Früchte vom Feld herein nach 2, 3 ihrer Jahreszeit. Und mein Vater segnete mich, denn er sah, dass ich in Aufrichtigkeit vor ihm wandelte. Und 4 ich war in meinem Tun kein Vielgeschäftiger, noch neidisch und boshaft gegen meinen Nächsten; ich verleumdete niemals jemanden, noch tadelte ich das Leben irgendeines Menschen, da ich in Einfalt des Auges wandelte. 5 Darum nahm ich mir, als ich fünfunddreißig Jahre alt war, eine Frau, denn meine Arbeit zehrte meine Kraft auf, und ich dachte niemals an Vergnügen mit Frauen; sondern wegen meiner Mühe überfiel mich der Schlaf. 6 Und mein Vater freute sich allezeit über meine Aufrichtigkeit, weil ich durch den Priester Jahwe 7 alle Erstlingsfrüchte darbrachte; dann auch meinem Vater. Und Jahwe vermehrte zehntausendfach seine Wohltaten in meinen 8 Händen; und auch Jakob, mein Vater, wusste, dass Jahwe meiner Einfalt half. Denn allen Armen und Bedrückten teilte ich die guten Dinge der Erde in der Einfalt meines Herzens aus.
Kapitel 4
4 1 Und nun hört auf mich, meine Kinder, und wandelt in der Einfalt eures Herzens, denn ich habe darin alles gesehen, was Jahwe wohlgefällt. 2 Der einfältige (gesinnte) Mann begehrt nicht Gold, er übervorteilt seinen Nächsten nicht, er sehnt sich nicht nach mancherlei Leckerbissen, er ergötzt sich nicht an abwechslungsreicher Kleidung. 3 Er begehrt nicht, ein langes Leben zu leben, sondern wartet nur auf den Willen Jahwes. 4 Und die Geister des Betrugs haben keine Macht gegen ihn, denn er schaut nicht auf die Schönheit der Frauen, damit er seinen Sinn nicht mit Verderben beflecke. 5 Es ist kein Neid in seinen Gedanken, [kein boshafter Mensch lässt seine Seele dahinschwinden,] noch Sorge mit [geht in der rechten Spalte weiter:] unersättlicher Begierde in seinem Sinn.
-- Rechte Spalte (Issachar 4:6, Kap. 5-7 vollständig) --
6 Denn er wandelt in Einfalt der Seele und betrachtet alle Dinge in Aufrichtigkeit des Herzens, indem er Augen meidet, die durch den Irrtum der Welt böse (gemacht) sind, damit er nicht die Verkehrung irgendeines der Gebote Jahwes sehe.
Kapitel 5
5 1 Bewahrt darum, meine Kinder, das Gesetz Jahwes und erlangt Einfalt und wandelt in Schuldlosigkeit, ohne euch als Vielgeschäftige in die Angelegenheiten eures Nächsten zu mischen, 2 sondern liebt Jahwe und euren Nächsten, habt Mitleid mit den Armen und Schwachen. 3 Beugt euren Rücken zum Landbau und müht euch in Arbeiten aller Art des Landbaus, indem ihr Jahwe Gaben mit Danksagung darbringt. 4 Denn mit den Erstlingsfrüchten der Erde wird Jahwe euch segnen, wie er alle Heiligen gesegnet hat 5 von Abel an bis jetzt. Denn kein anderer Anteil ist euch gegeben als von der Fettigkeit der Erde, 6 deren Früchte durch Mühe hervorgebracht werden. Denn unser Vater Jakob segnete mich mit Segnungen der Erde und der 7 Erstlingsfrüchte. Und Levi und Juda wurden von Jahwe selbst unter den Söhnen Jakobs verherrlicht; denn Jahwe gab ihnen ein Erbe, und Levi gab er das Priestertum und Juda das Königtum. 8 Und gehorcht ihr darum ihnen und wandelt in der Einfalt eures Vaters; [denn Gad ist es gegeben worden, die Scharen zu vernichten, die über Israel kommen].
Kapitel 6
6 1 Wisst darum, meine Kinder, dass in den letzten Zeiten eure Söhne die Einfalt verlassen und der unersättlichen Begierde anhangen werden; und indem sie die Arglosigkeit verlassen, werden sie sich der Bosheit nähern; und indem sie die Gebote Jahwes verlassen, werden sie Beliar anhangen. 2 Und indem sie den Landbau verlassen, werden sie ihren eigenen bösen Anschlägen folgen, und sie werden unter die Heiden zerstreut werden und ihren Feinden dienen. 3 Und gebt ihr darum euren Kindern diese Gebote, damit sie, wenn sie sündigen, umso 4 schneller zu Jahwe zurückkehren mögen; denn er ist barmherzig und wird sie befreien, ja, sie in ihr Land zurückbringen.
Kapitel 7
7 1 Seht darum, wie ihr seht, ich bin hundertsechsundzwanzig Jahre alt und bin mir nicht bewusst, irgendeine Sünde begangen zu haben. 2 Außer meiner Frau habe ich keine Frau erkannt. Ich beging niemals Hurerei durch das Erheben meiner Augen. 3 Ich trank keinen Wein, um dadurch irregeführt zu werden; ich begehrte keine begehrenswerte Sache, die meines Nächsten war. 4 List stieg nicht in meinem Herzen auf; eine Lüge ging nicht durch meine Lippen. 5 Wenn irgendein Mensch in Bedrängnis war, verband ich meine Seufzer mit den seinen, und ich teilte mein Brot mit den Armen. Ich übte Frömmigkeit, alle meine Tage hielt ich die Wahrheit. 6 Ich liebte Jahwe; ebenso auch jeden Menschen mit meinem ganzen Herzen. 7 Tut auch ihr diese Dinge, meine Kinder, und jeder Geist Beliars wird von euch fliehen, und keine Tat böser Menschen wird über euch herrschen; und jedes wilde Tier werdet ihr bezwingen, da ihr den Jahwe des Himmels und der Erde bei euch habt (und) wandelt mit den Menschen in Einfalt des Herzens. 8 Und als er diese Dinge gesagt hatte, gebot er seinen Söhnen, sie sollten ihn nach Hebron hinaufbringen und ihn dort in der Höhle bei seinen Vätern begraben. Und er streckte seine Füße aus und starb, in gutem Greisenalter; mit jedem Glied gesund und mit ungeminderter Kraft schlief er den ewigen Schlaf.